Workshops, aus denen Maßnahmen werden

In Workshops reden meist dieselben drei Leute. Die anderen wissen oft mehr, sagen es aber nicht. Bei psychischer Belastung und Sicherheitskultur ist das ein Problem, denn genau dort steckt das Wissen bei den Beschäftigten und nicht bei der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Deshalb wird hier anders gearbeitet. Jeder baut ein Modell seiner Sicht, jeder erklärt es. Alle kommen zu Wort, nicht nur die Lauten. Und hinterfragt wird das Modell auf dem Tisch, nicht die Person, die es gebaut hat. Das nimmt heiklen Themen die Schärfe. Die Methode dahinter ist LEGO® SERIOUS PLAY®.

Wofür sich das eignet

  • Beurteilung psychischer Belastung, zweiter Schritt. Ein Fragebogen zeigt, wo es klemmt, aber nicht warum. Die Vertiefung ist ohnehin fällig, und genau dort setzen wir an.
  • Sicherheitskultur. Woran erkennt man hier, dass Sicherheit ernst gemeint ist? Die Antworten fallen anders aus, wenn sie gebaut statt gesagt werden.
  • Führungskräfte. Wofür stehe ich gerade, und was heißt das im Alltag?
  • Nach einem Unfall. Was ist wirklich passiert, jenseits dessen, was im Protokoll steht.

Wo das im Ablauf sitzt

Die Beurteilung psychischer Belastung läuft in Schritten: erheben, vertiefen, Maßnahmen ableiten, Wirksamkeit prüfen. Ein Fragebogen deckt den ersten Schritt ab und zeigt, in welchen Bereichen es klemmt. Warum es klemmt und was hilft, steht dort nicht drin. Dafür sind Workshops und Gespräche nötig, unabhängig davon, mit welcher Methode man sie führt. Genau an dieser Stelle setzen wir an.

Hier arbeiten wir1 ErhebenFragebogenzeigt, in welchenBereichen es klemmt2 VertiefenWorkshops undGespräche zeigen,warum3 Maßnahmenfestlegen,Verantwortlicheund Termine4 Wirksamkeitprüfen, ob sichetwas geändert hat

Die Beurteilung psychischer Belastung ist Pflicht nach § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG, und Schritt 2 fällt dabei ohnehin an, mit welcher Methode auch immer. Der Workshop ersetzt also keinen Schritt, er füllt den zweiten aus.

Was dabei herauskommt

Ein Ergebnisprotokoll, mit dem im Betrieb weitergearbeitet werden kann. Keine Fotosammlung von Modellen, sondern benannte Themen, Prioritäten und wer was bis wann angeht.

Woher die Methode kommt

Entwickelt wurde sie in den 1990er Jahren von der LEGO Gruppe zusammen mit der Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne, ursprünglich für Strategiearbeit. Seit 2010 ist das Verfahren offen dokumentiert und an keinen Anbieter gebunden.

Dahinter stehen drei Befunde. Erstens: Menschen denken gründlicher, wenn beim Denken etwas Sichtbares entsteht, an dem sich weiterdenken lässt. Das geht auf Seymour Papert vom MIT zurück. Zweitens steuert ein überproportional großer Teil der Großhirnrinde die Hände. Beim Bauen kommen deshalb Gedanken in Gang, die beim reinen Nachdenken ausbleiben. Drittens beschreiben Modelle Dinge, für die im Gespräch die Worte fehlen. Ein Bild für die eigene Lage ist schneller gebaut als erklärt.

Dazu kommen zwei Regeln, die den Unterschied im Raum ausmachen: Jeder baut und jeder erzählt, das gleicht die Redeanteile an. Und Rückfragen gelten dem Modell, nicht der Person, die es gebaut hat. Damit lässt sich widersprechen, ohne dass jemand sein Gesicht verteidigen muss.

Was das nicht ist

Kein Spiel und kein Eisbrecher für den Betriebsausflug. Und kein Ersatz für die Gefährdungsbeurteilung: Die fachliche und rechtliche Beurteilung bleibt bestehen, ein Workshop liefert die Grundlage dafür und nicht das Ergebnis.

Wie ein Workshop läuft

Ein halber bis ganzer Tag, sechs bis zwölf Teilnehmende, das Material wird gestellt. Vorab ein Gespräch über die Frage, die im Workshop bearbeitet werden soll, denn davon hängt alles Weitere ab. Der Workshop läuft in der Sprache, die im Raum gesprochen wird: Deutsch, English, русский, ελληνικά, Türkçe.

1FrageWir stellen sie,immer dieselbe für alle2Bauenjeder für sich,niemand schaut zu3Erzählenjeder erklärt sein Modell,Rückfragen gelten dem Modell4FesthaltenThemen, Prioritäten,wer was bis wann angeht

Der Ablauf wiederholt sich je Frage. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar: Wer das Bauen überspringt und gleich redet, landet wieder bei den Antworten, die alle ohnehin für richtig halten.

Auch jenseits des Arbeitsschutzes

Wir setzen die Methode dort ein, wo wir herkommen, und das ist der Arbeitsschutz. Gebunden ist sie daran nicht. Leitbild, Zusammenarbeit zweier Bereiche, Strategie für die nächsten drei Jahre: Wenn du sie für ein anderes Thema brauchst, sprich uns an.

Auch bei uns

Nächster Schritt

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Frage der Workshop beantworten soll. Ohne diese Frage lohnt der Aufwand nicht.

Zwanzig Minuten, kostenlos, Termin direkt online wählen. Wenn wir nicht die Richtigen sind, sagen wir es dir.

Sebastian Wagner, Gründer des Ingenieurbüros Wagner
Facilitator in der LEGO® SERIOUS PLAY® Methode & Material (Association of Master Trainers, Zertifizierung 09.07.2026), Sicherheitsingenieur, systemischer Organisationsberater und Coach.
Hinter dem EHS-Office steht ein Team aus Sicherheitsingenieuren und Backoffice; Beratung, Unterweisung und Dokumente gibt es auf Deutsch, English, русский, ελληνικά, Türkçe.

Certified Facilitator, LEGO SERIOUS PLAY, Association of Master Trainers