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Beteiligungsworkshops zur Beurteilung psychischer Belastung

In Workshops reden meist dieselben drei Leute. Die anderen wissen oft mehr, sagen es aber nicht. Bei psychischer Belastung und Sicherheitskultur ist das ein Problem, denn genau dort steckt das Wissen bei den Beschäftigten und nicht bei der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Jeder baut ein Modell seiner Sicht, jeder erklärt es. Alle kommen zu Wort. Rückfragen gelten dem Modell auf dem Tisch, die Person dahinter bleibt geschützt. Das nimmt heiklen Themen die Schärfe. Die Methode dahinter ist LEGO® SERIOUS PLAY®.

Handgezeichnete Grafik: links eine übliche Besprechung, in der drei von sechs Personen reden. Rechts ein Workshop mit LEGO SERIOUS PLAY, in dem jede Person ein Modell gebaut hat und zu Wort kommt.

Wofür sich das eignet

  • Beurteilung psychischer Belastung, zweiter Schritt. Ein Fragebogen zeigt, wo es klemmt, aber nicht warum. Hier setzt der Workshop an.
  • Sicherheitskultur. Woran erkennt man hier, dass Sicherheit ernst gemeint ist? Die Antworten fallen anders aus, wenn sie gebaut statt gesagt werden.
  • Führungskräfte. Wofür stehe ich ein, und was heißt das im Alltag?
  • Nach einem Unfall. Was ist passiert, auch jenseits dessen, was im Protokoll steht.

Wo das im Ablauf sitzt

Die Beurteilung psychischer Belastung läuft in Schritten: erheben, vertiefen, Maßnahmen ableiten, Wirksamkeit prüfen. Ein Fragebogen deckt den ersten Schritt ab und zeigt, in welchen Bereichen es klemmt. Warum es klemmt und was hilft, steht dort nicht drin. Dafür sind Gespräche oder Workshops nötig, mit welcher Methode auch immer.

Hier arbeiten wir1 ErhebenFragebogenzeigt, in welchenBereichen es klemmt2 VertiefenWorkshops undGespräche zeigen,warum3 Maßnahmenfestlegen,Verantwortlicheund Termine4 Wirksamkeitprüfen, ob sichetwas geändert hat

Pflicht nach § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG. Der Workshop ist eine Möglichkeit für den zweiten Schritt.

Was dabei herauskommt

Ein Ergebnisprotokoll, mit dem im Betrieb weitergearbeitet werden kann. Darin stehen benannte Themen, Prioritäten und wer was bis wann angeht.

Zehn Teilnehmende stehen um einen langen Tisch mit einer Landschaft aus LEGO-Modellen, die mit Schnüren verbunden sind. In der Mitte zeigt ein Mann im grauen T-Shirt auf ein Modell.
Aus den einzelnen Modellen wird eine gemeinsame Landschaft.

Woher die Methode kommt

Entwickelt wurde sie in den 1990er Jahren von der LEGO Gruppe zusammen mit der Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne, ursprünglich für Strategiearbeit. Seit 2010 ist das Verfahren offen dokumentiert und an keinen Anbieter gebunden.

Die Methode stützt sich auf drei Annahmen. Erstens: Menschen denken gründlicher, wenn beim Denken etwas Sichtbares entsteht, an dem sich weiterdenken lässt. Das geht auf Seymour Papert vom MIT zurück. Zweitens geht die Methode davon aus, dass beim Bauen mit den Händen Gedanken in Gang kommen, die beim reinen Nachdenken ausbleiben. Begründet wird das mit dem großen Anteil der Großhirnrinde, der die Hände steuert. Drittens beschreiben Modelle Dinge, für die im Gespräch die Worte fehlen. Ein Bild für die eigene Lage ist schneller gebaut als erklärt.

Dazu kommen zwei Regeln, die den Unterschied im Raum ausmachen: Jeder baut und jeder erzählt, das gleicht die Redeanteile an. Und Rückfragen gelten dem Modell. Damit lässt sich widersprechen, ohne dass jemand sein Gesicht verteidigen muss.

Was das nicht ist

Kein Spiel und kein Eisbrecher für den Betriebsausflug. Und kein Ersatz für die Gefährdungsbeurteilung: Die fachliche und rechtliche Beurteilung bleibt bestehen, ein Workshop liefert die Grundlage dafür und nicht das Ergebnis.

Wie ein Workshop läuft

Ein halber bis ganzer Tag, sechs bis zwölf Teilnehmende, das Material wird gestellt. Vorab ein Gespräch über die Frage, die im Workshop bearbeitet werden soll, denn davon hängt alles Weitere ab. Der Workshop läuft nach Möglichkeit in der Sprache, die im Raum gesprochen wird.

Sortierte LEGO-Steine auf einem Holztisch, daneben ein kleiner gebauter Turm und eine Kaffeetasse
1FrageWir stellen sie,immer dieselbe für alle2Bauenjeder für sich,niemand schaut zu3Erzählenjeder erklärt sein Modell,Rückfragen gelten dem Modell4FesthaltenThemen, Prioritäten,wer was bis wann angeht

Der Ablauf wiederholt sich je Frage. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: Wer das Bauen überspringt und gleich redet, landet wieder bei den Antworten, die alle ohnehin für richtig halten.

Langer Besprechungstisch voller LEGO-Steine, Räder und Platten für einen Workshop
Drei LEGO-Modelle nebeneinander auf einem Tisch, im Hintergrund die Modelle der anderen Teilnehmenden
LEGO-Modell: ein Bogen trägt einen Balken mit vier Minifigurköpfen, daneben sitzt eine Figur mit Zylinder

Auch jenseits des Arbeitsschutzes

Wir setzen die Methode dort ein, wo wir herkommen, und das ist der Arbeitsschutz. Gebunden ist sie daran nicht. Leitbild, Zusammenarbeit zweier Bereiche, Strategie für die nächsten drei Jahre: Wenn du sie für ein anderes Thema brauchst, sprich uns an.

Auch bei uns

Nächster Schritt

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Frage der Workshop beantworten soll. Ohne diese Frage lohnt der Aufwand nicht.

Sebastian Wagner, Gründer des Ingenieurbüros Wagner
Facilitator in der LEGO® SERIOUS PLAY® Methode & Material (Association of Master Trainers, Zertifizierung 09.07.2026), Sicherheitsingenieur, systemischer Organisationsberater und Coach.
Hinter ehs-office steht ein Team aus Sicherheitsingenieuren und Backoffice.

Certified Facilitator, LEGO SERIOUS PLAY, Association of Master Trainers