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Systemische Organisationsberatung im Arbeitsschutz

Viele Schwierigkeiten im Arbeitsschutz entstehen im Zusammenspiel von Aufgaben, Zuständigkeiten und Abläufen. Dann wiederholen sich Vorfälle, obwohl Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungen und Begehungen in Ordnung sind.

Wenn Regeln bekannt sind und trotzdem nicht befolgt werden, lohnt der Blick auf die Organisation dahinter: Wer entscheidet was, welche Widersprüche muss ein Beschäftigter täglich auflösen, und was wird belohnt, wenn Sicherheit und Termin sich widersprechen.

Typische Anlässe

  • Unfallzahlen und Alltag passen nicht zusammen. Wenige gemeldete Unfälle, aber jeder im Betrieb weiß von Beinaheunfällen, die nie aufgeschrieben wurden.
  • Nichts wird gemeldet. Wenn kaum etwas gemeldet wird, lohnt sich Melden für die Beschäftigten oft nicht.
  • Zwei Betriebe in einem. Nach einer Übernahme gelten zwei Regelwerke, zwei Gewohnheiten und zwei Vorstellungen davon, was normal ist.
  • Wachstum. Was mit dreißig Leuten über Zuruf lief, funktioniert bei hundertfünfzig nicht mehr, und niemand weiß genau, wann es gekippt ist.
  • Die Beurteilung psychischer Belastung steht an. Sie ist Pflicht nach § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG und braucht neben einem Fragebogen meist Gespräche oder Workshops.
Handgezeichnete Grafik: über einer Linie eine einzelne Unfallanzeige als gemeldet, darunter viele Zettel mit beinahe, knapp und zum Glück nichts als passiert, aber nicht aufgeschrieben.

Wie gearbeitet wird

Zuerst wird zugehört, und zwar auf mehreren Ebenen: Geschäftsführung, Führungskräfte, Beschäftigte. Dieselbe Lage wird dort verschieden beschrieben, und genau in diesem Unterschied liegt die Information. Die Gespräche führen wir nach Möglichkeit in der Sprache, in der die Leute reden. Wer gefragt wird, ob die Anweisung im Alltag funktioniert, antwortet ehrlicher, wenn er die Frage versteht.

Daraus entsteht ein Bild der Organisation: Wo widersprechen sich Anforderungen, wo fehlen Entscheidungswege, wo wird etwas belohnt, das offiziell nicht gewollt ist. Dann wird gemeinsam entschieden, woran gearbeitet wird. Zuerst an dem, was den größten Unterschied macht.

Woher der Ansatz kommt

Wir arbeiten nach dem personalen Systemansatz von Eckard König und Gerda Volmer. Der Grundgedanke: Was in einem Betrieb passiert, erklärt sich aus dem Zusammenspiel von sechs Faktoren. Deshalb fragen wir zuerst danach, bevor irgendjemand über Lösungen redet. Unsere Ausbildung dazu haben wir 2024 und 2025 am Wissenschaftlichen Institut für Beratung und Kommunikation in Paderborn gemacht, dem Institut von König und Volmer.

Was im Betriebtäglich passiertPersonenWer ist beteiligt, wer fehltSichtweisenWie sie die Lage deutenRegelnauch die ungeschriebenenMusterwas sich immer wiederholtUmfeldKunden, Termine, KonzernGeschichtewie es dazu gekommen ist

Die sechs Faktoren hängen zusammen: Wer an einer Stelle etwas ändert, verändert die anderen mit. Das ist auch der Grund, warum gut gemeinte Einzelmaßnahmen oft verpuffen.

Grenzen

Organisationsberatung ersetzt keine technische Maßnahme. Wenn eine Absaugung fehlt, braucht es eine Absaugung. Beteiligung darf nicht dazu führen, dass die Verantwortung für Bedingungen, die das Unternehmen setzt, beim Einzelnen landet.

Ablauf

Ein Vorgespräch, dann eine Bestandsaufnahme über zwei bis vier Wochen, dann ein Bericht mit Vorschlägen und eine gemeinsame Entscheidung über das weitere Vorgehen. Umfang und Dauer richten sich nach Betriebsgröße und Fragestellung.

Auch jenseits des Arbeitsschutzes

Die meisten Anfragen kommen über den Arbeitsschutz zu uns, weil wir dort herkommen. Der Ansatz ist aber nicht darauf beschränkt. Übergaben, Zusammenschlüsse, festgefahrene Zusammenarbeit zwischen zwei Bereichen: Wenn du uns dafür holen willst, sprich uns an. Der Vorteil bleibt derselbe. Wir kennen Betriebe von innen.

Auch bei uns

Nächster Schritt

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, was bei dir los ist, und sagen dir, ob wir einen Ansatzpunkt sehen.

Sebastian Wagner, Gründer des Ingenieurbüros Wagner
Systemischer Organisationsberater und Coach (WIBK Paderborn), Sicherheitsingenieur und Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Hinter ehs-office steht ein Team aus Sicherheitsingenieuren und Backoffice.